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Eine in Ketten gelegte Burg

Cyberfestung – Was Unternehmen jetzt zur IT-Sicherheit beachten müssen

Cybersicherheit gehört inzwischen zu den zentralen Risikobereichen für Unternehmen jeder Größe. Angriffe wie Ransomware, Phishing oder über Lieferketten- und KI-basierte Methoden verursachen nicht nur wirtschaftliche Schäden, sondern haben regelmäßig auch erhebliche Auswirkungen auf den Datenschutz betroffener Personen. Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (BayLDA) hat daher eine kompakte Checkliste veröffentlicht, die Unternehmen eine praxisnahe Orientierung bieten soll, wie sie ihre IT-Systeme und Daten wirkungsvoll schützen und die eigene Widerstandsfähigkeit gegenüber Angriffen erhöhen können.

Nachfolgend stellen wir die wesentlichen Punkte dieser „Cyberfestung“-Checkliste dar.

1. Netzwerkperimeter und Angriffsmöglichkeiten

  • vollständige Erfassung der gesamten IT-Landschaft (intern, extern, Cloud)

  • regelmäßige Port- und Netzwerkscans

  • restriktive Firewall-Regeln nach dem „Deny-All“-Prinzip

  • dokumentierte Schnittstellen

  • proaktives Monitoring, u.a. durch Log-Auswertung und IDS/IPS


2. Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA)

  • Ergänzung von Passwörtern um einen zweiten Faktor (Token, App, biometrisch)

  • Pflicht für administrative Konten, exponierte Nutzergruppen und Cloud-Dienste

  • Protokollierung fehlgeschlagener Anmeldeversuche

  • Schulung der Mitarbeitenden zum sicheren Umgang mit MFA


3. Umgang mit lokalen Administratorkonten

  • Minimierung der Anzahl lokaler Administrator-Konten

  • Nutzung unterschiedlicher und komplexer Passwörter (z.B. via LAPS)

  • kein Einsatz von Admin-Konten beim Lesen von E-Mails oder beim Surfen

  • Protokollierung aller Admin-Aktivitäten

  • Prüfung von Jump-Servern und Just-in-Time-Zugriffen


4. Einschränkung von PowerShell-Skripten

  • Beschränkung der Nutzung auf berechtigte Personen

  • Verbot unsignierter Skripte, Einsatz von Execution-Policies

  • Deaktivierung veralteter PowerShell-Versionen

  • Skript-Protokollierung

  • Einsatz von Application-Control-Techniken und Überwachung verdächtiger Aktivitäten


5. Netzwerksegmentierung

  • Aufteilung des Netzwerks in getrennte Zonen (z.B. VLANs)

  • Firewalls zwischen Netzwerkzonen und klare Zugriffsregeln

  • Überwachung des Datenverkehrs

  • regelmäßige Tests und Penetrationstests

  • Anwendung des Zero-Trust-Prinzips


6. Überwachung des Internetübergangspunkts

  • Einsatz von NGFW, DNS-Filtern, E-Mail-Gateways, IDS/IPS

  • zentrale Integration von Sicherheitslogs in SIEM-Systeme

  • striktes Egress-Filtering und TLS/SSL-Inspection (datenschutzkonform)

  • regelmäßige Penetrationstests zur Schwachstellenerkennung


7. Ransomware-sichere Backups

  • Anwendung der 3-2-1-Regel

  • unveränderbare Backups (WORM) und Versionierung in Cloud-Backups

  • Zugriffsbeschränkungen und Verschlüsselung

  • regelmäßige Integritätsprüfungen und Wiederherstellungstests


8. Awareness und Social Engineering

  • regelmäßige Security-Awareness-Trainings inkl. Phishing-Simulationen

  • Sensibilisierung für KI-generierte Phishing-Mails und Social-Media-Risiken

  • interne Meldesysteme und klare Verfahrensanweisungen für Vorfälle

  • stärkere Sicherheitskultur durch Rollenspiele und 4-Augen-Prinzip bei Zahlungen


9. Software-Updates

  • strukturiertes Patch-Management

  • vollständige Inventarisierung aller Systeme

  • automatisierte Updates, wo möglich

  • Testen von Patches in Testumgebungen

  • Priorisierung sicherheitskritischer Updates

  • Dokumentation aller Aktivitäten

  • Strategien für ungepatchte Schwachstellen


10. Absicherung des Domain Controllers

  • Betrieb in einem isolierten Netzwerksegment

  • Zugriffsbeschränkungen und Einsatz von MFA

  • Least-Privilege-Prinzip

  • regelmäßige Updates, Überwachung via SIEM und IDS

  • Backups und Netzwerkzugriffskontrollen

  • Härtung des Servers

  • Einsatz von Honeypots zur Ablenkung und Erkennung von Angreifern


Fazit

Die vom BayLDA veröffentlichten Hinweise bieten Unternehmen eine strukturierte und leicht umsetzbare Orientierung, um die eigene IT-Sicherheit gezielt zu verbessern. Die Checkliste adressiert zentrale Schwachstellen und zeigt, welche Maßnahmen erforderlich sind, um die eigenen Systeme vor modernen Angriffsmethoden zu schützen und die Datensicherheit zu stärken.

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